Ein kleiner Frosch hüpft in den Herbst – EV-Verbrauch im September

Auch im September war unser E-Auto „Kermit“ viel unterwegs – sogar mehr als je zuvor seit dem Frühjahr. Hier wie gewohnt die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten.

Strecke, Energieverbrauch und Kosten

Im September bin ich mit Kermit 1.941 km gefahren – der km-stärkste Monat seit April. Insgesamt sind 334,7 kWh ins Auto geflossen. Damit lag der Verbrauch bei 17,24 kWh/100 km „an der Wallbox“ (inkl. Ladeverluste) bzw. 16,80 kWh/100 km „im Auto“. Dies entspricht Ladeverlusten von nur ~2,7 % – deutlich weniger als die ~9 % aus der Schuko-Ladung im Halbjahresschnitt, denn diesmal war öffentliches DC-Laden mit im Spiel (dazu gleich mehr).

Die Treibstoffkosten betrugen damit 84,88 € gesamt oder 2,48 €/100 km. Möglich wurde das durch den Strommix: ~65 % PV / ~35 % Netz (218,4 kWh Sonnenstrom + 116,3 kWh Netzstrom, inkl. öffentlicher Ladevorgänge).

Verteilung der Fahrtstrecken auf unsere Fahrzeuge. Kermit übernimmt bei weitem den Löwenanteil. Dass beide Benzinschlucker im September nicht getankt werden mussten, ist ein lustiger Zufall, keine Absicht.

Erstmals wieder öffentliches Laden

Seit Mai habe ich erstmals wieder an einer öffentlichen Säule geladen – 2 Ladestopps am 11. und 14. September mit zusammen 68,3 kWh für 36,72 € (≈ 54 ct/kWh). Das ist fast 6× so teuer wie mein Heim-Mix, aber für DC-Schnellladen ein normaler Preis.

Interessant: Der reine Heimbereich fiel dadurch sehr sparsam aus. Zuhause flossen nur 266,4 kWh (82 % PV / 18 % Netz) für ganze 48,16 € – Die beiden öffentlichen Stopps beeinflussen das Gesamtergebnis also spürbar. Ohne die beiden Ladestopps wäre der Monat erneut unter 1,50 €/100 km gelegen.

Verbrauch

Über den Verbrauch kann man streiten: 17,24 kWh/100 km an der Wallbox sind ~4 kWh über dem WLTP-Wert, aber der September bringt die ersten kühleren Morgen mit, und die km-Leistung war hoch. Die niedrigen Ladeverluste von 2,7 % erklären sich daraus, dass DC-Laden deutlich effizienter ist als meine 2,2-kW-Schuko-Ladung zuhause.

Kosten

Geladen wurde im September zu ~87 % zuhause, ~13 % unterwegs. Der durchschnittliche Energiepreis lag dadurch bei ~14,4 ct/kWh – weit höher als im August (~9,4 ct/kWh), aber immer noch weit unter jedem Benzintankstopp. 2,48 €/100 km sind der höchste Wert seit März, und das bei einem sehr fahrintensiven Monat.

Ursache war außer den beiden Stopps an öffentlichen Ladern auf meiner Wandertour auch der geringere PV Anteil und die gestiegene Einspeisevergütung, welche auch den PV-Strom verteuert.

Unter 100 € bei fast 2000 gefahrenen Kilometern. Elektromobilität macht zumindest im Geldbeutel Spaß

Die Fahrtstreckenverteilung, Powered by Aximote

Im September war Kermit in Summe über 61 Fahrten 1941 km Unterwegs. Davon bekomme ich von Aximote für 1609,5 km eine Auswertung der Straßentypen.

Die Verteilung schaut dabei aus wie folgt:

  • 68% auf der Autobahn
  • 30% Außerorts
  • Und 2% Ortsgebiet

Kermit wird also ganz sicher nicht als Stadtauto benutzt, wie vom Hersteller vorgesehen, sondern ist unser Arbeitstier und Kilometerfresser. Und der hohe Autobahnanteil erklärt sicherlich auch, warum mein Verbrauch spürbar höher ist, als der WLTP Wert.

Ein paar FunFacts:

1657 Kurven bei denen ich angeblich 64 Mal recht zügig eingefahren bin. (Kann sein, ich bin ein sportlicher Fahrer und der tiefe Schwerpunkt lädt da durchaus zu ein)

138 Mal wurde angeblich hart beschleunigt (Das ist glaube ich ein Glitch, da ich meistens im Eco-Modus mit dem Abstandstempomat fahre, und der beschleunigt echt entspannt)

14 Mal wurde hart gebremst. Das widerum kann ich glauben, bei der Anzahl Idioten auf der Straße.

Häufigste Ladestation war meine eigene Wallbox

Häufigste Route war der Arbeitsweg meiner Frau (Ich war öfter mit Suzi unterwegs, solange es noch schön war)

Mein Effizienzscore waren nur 69%, die sich wie folgt auf die Einzelwertungen aufteilen:
Geschwindigkeit 71% (Scheinbar soll ich auf der Landstraße langsamer fahren oder weniger Autobahn?
Beschleunigung 77% (Widerspricht irgendwie den 138 harten Beschleunigungen von oben)
Bremsen 84% ( Ja, ich liebe die Rekuperation)
Kurvenfahrt 42% (Naja, siehe oben)

Du willst auch solche Daten?
Dann schau dir doch Aximote einfach mal an. Die App funktioniert in jedem Fahrzeug mit Android Automotive Operating System egal ob Elektro-, Hybrid- oder klassisch angetrieben. Und wenn du über diesen Link gehst, bekommst du 10% aufs Rabatt auf dein Abo, und ich bekomme als Ambassador 15 €. Somit ist uns beiden geholfen.

Ausschnitte aus meinem Aximote Monatsbericht

Wirtschaftlichkeit: Vergleich zum Skoda

Auch hier lasse ich die Zahlen für sich sprechen. Unser Skoda Scala wurde im September gar nicht getankt – der Frosch hat den Familienverkehr praktisch komplett übernommen. Rechnet man mit dem durchschnittlichen Spritpreis für September laut Statistik Austria von 1,91€/l, wären für die 1.941 km rund 259,47 € an Sprit fällig gewesen. Kermit hat mit 88,82 € also etwa 174 € gespart – mehr als 2x meiner der tatsächlichen Treibstoffkosten.

Anmerkung: Das ist ein Vergleich auf Basis der in meinem Excelsheet hinterlegten Monatswerte (Preis/Verbrauch). Der Skoda wurde wesentlich weniger, mit weitaus geringerem Autobahnanteil gefahren. Die reale Ersparnis liegt sicher niedriger. Aber im Jahresmittel sollten die Werte halbwegs vergleichbar sein.

Im vergleich mit seinem Vorgänger, der durstiger war ist die Ersparnis sogar fast 182 €, im Vergleich zu einem neuen Ibiza immerhin noch 168 €

Rechnet man die Monate Januar bis September zusammen, summiert sich die Ersparnis damit auf ~1.120 € (bzw. ~1.120 € unter realistischeren Annahmen). Aufs Jahr gerechnet sind also weit über 1.400 € „reele“ Ersparnis durchaus realistisch. Die 6.000 € Preisunterschied zu einem konventionellen Ibiza sind damit in der geplanten Haltedauer von ca. 10 Jahren locker hereingefahren. Wenn es so weiter geht habe ich das Geld schon nach starken 4 Jahren drin.

Jetzt ist mir bewusst, dass nicht jeder eine PV-Anlage hat. Rechnen wir also mal spaßeshalber mit meinem Verbrauch und einem Strompreis von 0,39 €/kWh: 334,7 kWh kämen auf ~131 € – das wäre gegenüber ~260 € Verbrenner immer noch eine Ersparnis von ~130 €. Mit kompletten 0,22 €/kWh für alle Heimladungen wären es ~95 € Stromkosten inklusive der beiden Male öffentlich Laden und damit ~165 € Ersparnis. Auch ohne PV-Anlage bleibt der EV damit in den laufenden Kosten klar billiger.

Fazit

Der Herbst beginnt mit dem fahrstärksten Monat seit April – und trotz zweier teurer Schnellladestopps bleibt der grüne Frosch meilenweit günstiger als jeder Verbrenner. Die beiden DC-Ladungen haben das Kostenniveau zwar verdoppelt (von ~1,5 auf ~2,5 €/100 km), aber der Komfort, unterwegs in 20 Minuten voll zu sein, war er mir wert.

Und nicht nur auf dem Konto macht das Fahrzeug Spaß: Es ist und bleibt ein toller Wagen, der auch nach 10 Monaten und 16.500 km noch jeden Tag Freude macht.

Hinweis zur Methodik

Ich trenne in meinen Auswertungen bewusst zwischen dem „Auto‑Verbrauch“ (was im Fahrzeug ankommt), welchen ich aus der Renault App auslese, und dem „Wallbox/Bezugs‑Verbrauch“ (was ich real einkaufe bzw. aus PV entnehme), welchen ich mittels RestAPI aus meiner Gemini Flex Wallbox auslese. Öffentliche Ladevorgänge rechne ich dem Netzstromanteil zu, weise sie aber zusätzlich getrennt aus.

Den Anteil an PV-Strom errechne ich aus den Daten meiner PV-Anlage und meines Netzanbieters. Die Garage ist für meine PV-Anlage bereits „Netz“, da deren Smartmeter im Sicherungskasten im Haus, und nicht im Zählerkasten ist. Die Garage hängt jedoch am Zählerkasten. Wenn ich also vom Eingespeisten Strom der Anlage, den Anteil abziehe, welcher wirklich im öffentlichen Netz landet, komme ich auf meinen PV-Anteil im Autostrommix. (Ein paar Kleinverbraucher wie Licht und Toröffner ignoriere ich)

Die Anteile am Fahrprofil (Autobahn/Schnellstraße/Hauptstraße/Stadt/Land) bestimme ich mittels Datenexport aus Aximote, welche die Daten direkt aus dem Android Automotive System meines Autos bezieht.

Und jetzt bist du dran

Wie sieht eure Herbstbilanz aus? Läuft ihr bereits mit Sonnenstrom, oder steht euer (E-)Auto noch an der Tankstelle? Ich bin gespannt auf eure Zahlen, Fragen und Erfahrungen – schreibt sie in die Kommentare, schickt mir eine Nachricht oder folgt dem Blog, damit ihr den kommenden Quartalsbericht mit den vollständigen Fahrprofildaten nicht verpasst. Und wenn ihr selbst überlegt, auf ein E-Auto umzusteigen: Stellt mir gerne eure Fragen – ich beantworte sie mit echten Zahlen statt Marketingbroschüren.

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