Ein kleiner Frosch hüpft in den (heißen) Juli – Ein EV-Monatsbericht

Im Juli bin ich 1.658 km gefahren. Dabei lag der Verbrauchbei 16,45 kWh/100 km „an der Wallbox“ (inkl. Ladeverluste) bzw. 14,94 kWh/100 km „im Auto“. Dies entspricht Ladeverlusten von ~9,11%.

Die Treibstoffkosten betrugen damit 18,86 € gesamt oder 1,14 €/100 km (≈ 1,41ct/km). Möglich wurde das durch den Strommix fürs Laden: ~5% Netz / ~95% PV (13 kWh Netz + 259,8 kWh PV)

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Methodik

Ich trenne in meinen Auswertungen bewusst zwischen dem „Auto‑Verbrauch“ (was im Fahrzeug ankommt), welchen ich aus der Renault App auslese, und dem „Wallbox/Bezugs‑Verbrauch“ (was ich real einkaufe bzw. aus PV entnehme), welchen ich mittels RestAPI aus meiner Gemini Flex Wallbox auslese.

Der Unterschied ist der Ladeverlust (hier ~10%) Angesichts der Tatsache, dass ich zuhause mittels 2,2 kW SchuKo lade ist das ein glaubhafter Wert. Damit ist die Kostenrechnung sauber, weil Kosten immer an der bezogenen Energie hängen.

Den Anteil an PV-Strom errechne ich aus den Daten meiner PV-Anlage und meines Netzanbieters. Die Garage ist für meine PV-Anlage bereits „Netz“, da deren Smartmeter im Sicherungskasten im Haus, und nicht im Zählerkasten ist. Die Garage hängt jedoch am Zählerkasten. Wenn ich also vom Eingespeisten Strom der Anlage, den Anteil abziehe, welcher wirklich im öffentlichen Netz landet, komme ich auf meinen PV-Anteil im Autostrommix. (Ein paar Kleinverbraucher wie Licht und Toröffner ignoriert)

Die Anteile am Fahrprofil (Autobahn/Schnellstraße/Hauptstraße/Stadt/Land) bestimme ich mittels Datenexport aus einer 3rd-Party App, welche die Daten direkt aus dem Android Automotive System meines Autos bezieht.

Im Juli übernahm Kermit wieder die Führung bei den Kilometern

Fahrprofil

Ich hatte schon länger das Gefühl, dass ich meinen Renault, nicht wie vom Hersteller gedacht, als Stadtauto einsetze. Leider hat mich die 3rd-Party App im Juli an diesem Ounkt im Stich gelassen. Und nur etwa 1/3 der Fahrstrecke auszuwerten macht für mich auch keinen Sinn. Vielleicht setze ich mich bei gelegenheit hin und Werte die .GPX-Daten aus. Aber die Durchschnittsgeschwindigkeit war mit ~58 km/h jedenfalls über Stadttempo. Sie schwankte aber auch zwischen 8 und 84 km/h.

Verbrauch:

Über den Verbrauch kann man streiten. Ich finde 14,94 an der Wallbox nicht schlecht, für ein Auto mit 13 kWh WLTP-Verbrauch das öfter auf der Autobahn ist, als es sein sollte. Aber ein Aerodynamischeres Fahrzeug wäre sicher nochmal günstiger.

Kosten:

Geladen wurde auch im Juli komplett zuhause. Das Wetter war natürlich Bombe und so ergaben sich 95 % Sonnenstromanteil. Aber 259,8 kWh zu 0,06146 € (entgangene Einspeisevergütung) und 13 kWh zu 0,22 € (Stromkosten + Netzgebühren) führen zu Stromkosten von ~7 ct/kWh bzw. 1,14 €/100 km. Das ist absolut unschlagbar.

Wirtschaftlichkeit: Vergleich zum Skoda (Juli‑Referenz)

Auch hier lasse ich die Zahlen für sich sprechen. Unser Skoda Scala wurde im Juli 1x betankt, zu einem Preis von 1,83 € bei einem Durchschnittsverbrauch von 5,529 l/100 km. Kostenpunkt: 87,61 €. Das war allerdings einer der teureren Tage.

Für den Renault waren am Ende 0,70 €/kWh und damit ~1,41 €/100km fällig. Daraus ergeben sich für den Skoda Kosten/100 km von 5,529*1,83= ~10,14 €/100 km Für 1658. km wären das dann 1658 × 10,14 €/100 km ≈ 168 € (unter diesen‑Annahmen) Gegenüber Kermit also ~168 € (Skoda) vs. 19€ (Kermit) ⇒ ~149 € Unterschied zugunsten Kermit im Juli‑Profil.

Anmerkung: Das ist ein Vergleich auf Basis der in meinem Excelsheet hinterlegten Monatswerte (Preis/Verbrauch). Der Skoda wurde wesentlich weniger, mit weitaus geringerem Autobahnanteil und einem hohen Anteil an Stau/Stadtverkehr gefahren. Die reale Ersparnis liegt sicher niedriger. Aber im Jahresmittel (ein Deutschlandtrip sowie die Urlaubsfahrt wurde mit dem Skoda gefahren) sollten die Werte halbwegs vergleichbar sein.

Rechne ich die Monate Januar bis Juli zusammen so summiert sich diese schon auf ~878€. Aufs Jahr gerechnet sind also weit über 1.000 € durchaus realistisch, gerade solange die Strompreise hoch bleiben und der PV-Anteil im Sommer eher höher wird. Die 6.000 € Preisunterschied zu einem konventionellen Ibiza, welcher als Alternative im Raum gestanden hätte, ist also in der geplanten Haltedauer von ca. 10 Jahren locker hereingefahren. Gerade da ich langfristig mit eher noch höheren Spritpreisen rechne.

Kermit verursachte im Juli weniger Treibstoffkosten als mein Motorrad

Jetzt ist mir bewusst, dass nicht jeder eine PV Anlage hat. Rechnen wir also mal spaßeshalber mit meinem Verbrauch und einem Strompreis von 0,39€/kWh kommen wir auf Stromkosten von ~118 €, zzgl. Abogebühren von z.B. Ionity von ~12€, kommt der EV auf 119 € vs. 168 € sind es also immer noch 49 gesparte Euros. Mit 0,22 €/kWh Netzstrom ergeben sich 60 €, also 108 € Ersparnis. Also auch ohne PV-Anlage und Wallbox, kann ein EV mittlerweile die Kosten eines Verbrenners deutlich unterbieten.

Fazit

Der Sommer startet günstig. Die PV Anlage und das zuhause Laden machen den EV RICHTIG günstig. Aber auch ohne diese entwickelt sich ein EV für mich zum klaren Kostenvorteil, zumindest wenn man viel fährt.

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