Verbrauch und Erzeugung aus Photovoltaik im Juli im Laufe der Jahre

Nach den enttäuschenden ersten sechs Monaten des Jahres 2026, in denen die PV-Produktion mit Ausnahme des Mai durchgängig hinter den Vorjahreswerten zurückblieb, gab es im Juli wieder einen Lichtblick. Mit meiner stabilen Datenerfassung konnte ich die Zahlen für den Juli detailliert auswerten – PV-Ertrag, Stromverbrauch, wirtschaftliche Kennzahlen und die offiziellen SPARTACUS-Wetterdaten.

Eckdaten der Anlage findet ihr wie gewohnt hier.

Die harten Zahlen: Energie & Geld

PV-Ertrag

Im Juni 2025 betrug die Erzeugung nur 1.104 kWh, während ich 2026 auf 1.229 kWh kam  – Also 125 kWh oder 11,3 % mehr. Das ist Für dieses Jahr ein echter Lichtblick, auch wenn es den Ertragsrückgang des ersten Halbjahres noch nicht vollständig ausgleicht.

Stromverbrauch

2025 lag der Hausverbrauch bei 196 kWh, während 2026 220,6 kWh für das Haus und zusätzlich 272,8 kWh für das E-Auto anfallen. In Summe also 493,3 kWh – ein Anstieg um 324,65 kWh (+127%). Historisch gesehen war der Juli 2023 mit 171 kWh der beste Monat, während 2021 mit 240 kWh der höchste Verbrauch zu verzeichnen war. Die Entwicklung zeigt, dass der Verbrauch durch das E-Auto deutlich gestiegen ist.

Im Juli 2026 hatte ich für dieses Jahr den bislang geringsten Verbrauch

2025 sah das noch etwas anders aus. Was so ein E-Auto nicht ausmacht…

Eigenverbrauch & Einspeisung

Der Eigenverbrauch stieg von 189 kWh (2025) auf 445 kWh (2026) – ein Anstieg um 256 kWh (+135%). Die Einspeisung sank hingegen von 888 kWh (2025) auf 765 kWh (2026), was einem Rückgang um 123 kWh (-14%) entspricht. Der höhere Eigenverbrauch ist vor allem auf das E-Auto zurückzuführen, während die geringere Einspeisung logischerweise aus dem erhöhten Eigenverbrauch resultiert.

Im Juli 2026 wurde der schlechte Juli quasi kompensiert. der Rest des Jahres jedoch nicht.

2025 sah das Bild etwas anders aus

Wirtschaftliche Kennzahlen

Die Stromkosten stiegen von 15,39 € (2025) auf 28,82 € (2026) – ein Anstieg um 13,43 € (+87,3%). Der Ertrag aus der Einspeisung sank von 52,97 € (2025) auf 47,02 € (2026), was einem Rückgang von 5,95 € (-11,2%) entspricht. Die Ersparnis durch Eigenverbrauch stieg jedoch von 54,40 € (2025) auf 97,08 € (2026) – ein Plus von 42,68 € (+78%).

In Summe ergibt sich für 2025 ein Gewinn von 65,70 €, während die Daten für 2026 aktuell einen einen Gewinn von etwa 123,81 € ausweisen. Damit war der Juni 2026 wirtschaftlich deutlich besser als 2025, da der höhere Eigenverbrauch die geringere Einspeisung mehr als ausglich. Ein Grund dafür ist die höhere Einspeisevergütung von 6,146 ct/kWh (2026) im Vergleich zu 5,965 ct/kWh (2025). Der generelle Mehrverbrauch durch das E-Auto schlug sich zwar leider auch in den Stromkosten nieder, da nicht immer nur mit PV-Strom geladen werden konnte, bleibt aber immer noch günstiger als das Tanken eines Verbrenners.

Ursachenanalyse

Temperatur

Die mittlere Monatstemperatur im Juni 2025 betrug 20°C, 2026 waren es 22,1°C – also 2,1°C wärmer. Der wärmste Juni in den letzten Jahren war 2024, während 2021 mit 20,6°C der kühlste war. Die Wärmepumpe spielte hier eine untergeordnete Rolle, da die Temperaturen durchgehend im optimalen Bereich lagen.

Sonnenscheindauer

Die Sonnenscheindauer betrug 2025 190,1 Stunden, 2026 hingegen 283,9 Stunden – ein Plus von 93,8 Stunden (+49%). Dass der Ertrag trotzdem nur um 11 anstieg lag mit ziemlicher Sicherheit an den höheren Temperaturen und daran, dass Bewölkung nicht immer gleich Bewölkung ist, sondern hohe Wolken oft doch noch recht viel Licht durchlassen.

Dieses Jahr war der Juli deutlich sonniger

Schlussfolgerung

Eine Autarkiequote von ca. 90% mit kaum optimiertem Laden und trotzdem noch nennenswerter Einspeisung ist ein gutes Ergebnis. August ist Wettertechnisch auch stark gestartet. Aber wieder sehr heiß, was den Ertrag beeinträchtigen dürfte.

Ärgernisse

Das Energiemanagement meines Solax-Wechselrichters ist leider immer noch eine Katastrophe. Der geplante Umbau auf eine Modbus-Steuerung mittels Raspberry Pi steht seit Monaten auf meiner To-Do-Liste. Anfang Juli dachte ich, ich hätte endlich ein paar Tage Zeit, um mich darum zu kümmern – dem war aber nicht so. Ich hoffe ich komme im Herbst dazu.

Zusätzlich hat sich die Datenqualität meines Netzbetreibers seit April nicht verbessert. Die Daten werden nach wie vor nicht zuverlässig übermittelt, was das Monitoring erschwert. Zusätzlich wurde noch mitten im Juli etwas umgestellt, sodass ich zwischenzeitlich nicht einmal in der Lage war die vollen Daten automatisiert zu erfassen. Aber das hat sich im August zum Glück wieder erledigt.

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