Ein kleiner Frosch im August – ein heißer EV-Monatsbericht

Auch im August war unser E-Auto „Kermit“ viel unterwegs. Hier wie gewohnt die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten.

Strecke, Energieverbauch und Kosten

Im Juli bin ich mit meinem E-Auto Kermit 1.728 km gefahren. Dabei lag der Verbrauch mit 16,765 kWh/100 km „an der Wallbox“ (inkl. Ladeverluste) bzw. 15,807 kWh/100 km „im Auto“. Dies entspricht Ladeverlusten von ~5,71%.

Die Treibstoffkosten betrugen damit 27,11 € gesamt oder 1,57 €/100 km (≈ 1,57ct/km). Möglich wurde das durch den Strommix fürs Laden: ~3% Netz / ~97% PV (7,8 kWh Netz + 281,9 kWh PV)

Wer Aufmerksam war, hat erkannt, dass ich zwar nur knappe 70 km mehr gefahren bin als im Juli (1.658 km) Dabei nur minimal mehr verbraucht habe (16,450 kWh/100 km im Juli), sogar einen noch höheren PV-Anteil hatte (95% im Juli) und trotzdem Pro gefahrenem Kilometer um fast die Hälfte teurer bin. Mehr dazu später.

Die Gesamtfahrstrecken über alle Fahrzeuge und deren Verteilung blieb im Vergleich mit Juli stabil

Fahrprofil

Ich hatte schon länger das Gefühl, dass ich meinen Renault, nicht wie vom Hersteller gedacht, als Stadtauto einsetze. Zwar hat mich meine 3rd-Party App im August wieder teilweise im Stich gelassen, mit etwa 1.500 von 1.728 km Ausgewertet, ergibt sich aber zumindest ein repräsentatives Bild

14,1 % wurden nicht ausgewertet

43 % waren auf der Autobahn

41 % außerorts und schließlich

2% innerorts.

Mein Stadtflitzer ist also ein ziemlicher rumtreiber und oft auch schnell unterwegs. Darauf weißt auch die Durchschnittsgeschwindigkeit von 56,4 km/h hin. Das ist um etwa 10 km/h schneller, als die mittlere Geschwindigkeit im WLTP-Zyklus

Verbrauch:

Ich wurde mehrfach auf den scheinbar hohen Verbrauch meines Autos angesprochen. Hier bin ich aber anderer Meinung. Natürlich liege ich um 2,8 kWh/100 km über dem WLTP-Wert, aber ich bin ja auch um über 20% schneller unterwegs. Das finde ich jetzt nicht soo schlecht. Man merkt aber mittlerweile richtig, dass der Kleine unser Hauptfahrzeug ist. Er wird vom kurzen Einkaufsrun bis zum Wochenendausflug quasi für alles verwendet.

Kosten:

Geladen wurde im August wie auch schon im Juni und Juli komplett zuhause. Das Wetter war natürlich Bombe und so ergaben sich 97 % Sonnenstromanteil. Die Einspeisevergütung im August betrug dafür fast 9 ct/kWh, was bei 282 kWh Sonnenstrom und 7 kWh Netzstrom Kosten von 27,11 € oder eben 1,54 €/100 km bedeutet.

Man sieht schön den Solarstromanteil am Gesamten Verbrauch, der, auch durch günstige Umstände, Im Sommer extrem hoch war

Wirtschaftlichkeit: Vergleich zum Skoda

Auch hier lasse ich die Zahlen für sich sprechen. Wie so oft in den letzten Monaten wurde unser Skoda Scala im August nur 1x betankt Mit 1,75 € pro Liter haben wir aber einen der günstigeren Tage erwischt. Bei 805 km und 48 l Super ergibt sich somit ein Verbrauch von 5,966 l/100 km, im Mischbetrieb Stadt/Autobahn

Daraus ergeben sich für den Skoda Kosten/100 km von 5,966*1,75 € = ~10,46 €/100 km Für 1728. km komme ich mit diesen Annahmen dann auf 180 € Kosten. Kermit hat mir in diesem Vergleich also etwa 153 € gespart. Mehr als 5x der tatsächlichen Treibstoffkosten, und das bei ähnlichen Wartungs- und Versicherungskosten. Das muss man erst einmal schaffen.

Anmerkung: Das ist ein Vergleich auf Basis der in meinem Excelsheet hinterlegten Monatswerte (Preis/Verbrauch). Der Skoda wurde wesentlich weniger, mit weitaus geringerem Autobahnanteil und einem hohen Anteil an Stau/Stadtverkehr gefahren. Die reale Ersparnis liegt sicher niedriger. Aber im Jahresmittel sollten die Werte halbwegs vergleichbar sein.

Rechne ich die Monate Januar bis Juli zusammen so summiert sich diese schon auf ~921 €. Aufs Jahr gerechnet sind also weit über 1.000 € durchaus realistisch. Die Spritpreise kennen derzeit wieder nur die Richtung nach oben und so teuer kann Strom gar nicht mehr werden, dass der grüne Frosch teurer wird als der Skoda. Die 6.000 € Preisunterschied zu einem konventionellen Ibiza, welcher als Alternative im Raum gestanden hätte, ist also in der geplanten Haltedauer von ca. 10 Jahren locker hereingefahren.

Jetzt ist mir bewusst, dass nicht jeder eine PV Anlage hat. Rechnen wir also mal spaßeshalber mit meinem Verbrauch und einem Strompreis von 0,39€/kWh kommen wir auf Stromkosten von ~113 €, zzgl. Abogebühren von z.B. Ionity von ~12€, kommt der EV auf 125 € vs. 180 € für den Verbrenner sind es also immer noch 67 gesparte Euros. Mit 0,22 €/kWh Netzstrom ergeben sich 64 €, also 116 € Ersparnis. Also auch ohne PV-Anlage und Wallbox wäre der EV mittlerweile in den laufenden Kosten billiger. Natürlich sähe es mit der Wirtschaftlichkeit etwas schwieriger aus.

Spannend zu sehen, dass selbst das Motorrad höhere Treibstoffkosten verursacht als Kermit, bei weniger als 1/3 der Fahrstrecke

Fazit

Die PV Anlage und das zuhause Laden haben geholfen den maximalen Kostenvorteil aus meinem E-Auto heraus zu holen. Aber ehrlicherweise haben hier auch hohe Spritpreise und Glück mit den Sonnenstunden ihren Anteil.

Aber nicht nur auf dem Konto macht das Fahrzeug Spaß. Es ist und bleibt ein toller Wagen, der mir bei den Frührentnern der Nachbarschaft und mittlerweile im Netz viele Sympathien einbringt.

Methodik

Ich trenne in meinen Auswertungen bewusst zwischen dem „Auto‑Verbrauch“ (was im Fahrzeug ankommt), welchen ich aus der Renault App auslese, und dem „Wallbox/Bezugs‑Verbrauch“ (was ich real einkaufe bzw. aus PV entnehme), welchen ich mittels RestAPI aus meiner Gemini Flex Wallbox auslese.

Den Anteil an PV-Strom errechne ich aus den Daten meiner PV-Anlage und meines Netzanbieters. Die Garage ist für meine PV-Anlage bereits „Netz“, da deren Smartmeter im Sicherungskasten im Haus, und nicht im Zählerkasten ist. Die Garage hängt jedoch am Zählerkasten. Wenn ich also vom Eingespeisten Strom der Anlage, den Anteil abziehe, welcher wirklich im öffentlichen Netz landet, komme ich auf meinen PV-Anteil im Autostrommix. (Ein paar Kleinverbraucher wie Licht und Toröffner ignoriert)

Die Anteile am Fahrprofil (Autobahn/Schnellstraße/Hauptstraße/Stadt/Land) bestimme ich mittels Datenexport aus einer 3rd-Party App, welche die Daten direkt aus dem Android Automotive System meines Autos bezieht.

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