Photovoltaik im August – Natürliche Schwankungen

Leider musste ich auch Im August einen verminderten Ertrag meiner PV-Anlage hinnehmen. Wie die (wieder) stabile Datenerfassung zeigt, fiel dieser jedoch sehr moderat aus, und fällt daher klar unter „Natürliche Schwankungen“. Bei sinkendem Ertrag stiegen aber die Einnahmen. Aber lest selbst:

(Wie immer analysiere ich PV-Ertrag, Stromverbrauch, wirtschaftliche Kennzahlen und die offiziellen SPARTACUS-Wetterdaten)

Eckdaten der Anlage findet ihr wie immer hier

Die harten Zahlen: Energie & Geld

PV-Ertrag

2025 kam ich im August auf einen Ertrag von 1112,3 kWh. Dieses Jahr waren es mit 1064,3 kWh um 4,3% weniger. Mein Ingenieurshirn sagt dazu „Natürliche Schwankungen“. Zumindest nichts worüber man sich Sorgen machen sollte, auch wenn es einen natürlich ärgert.

Wir befinden uns jetzt bereits wieder in Zeiten abnehmender Erträge

Stromverbrauch

2025 lag der Hausverbrauch bei 205 kWh, der fürs damals neue E-Auto bei 34 kWh. 2026 verbrauchte ich hingegen 238 kWh im Haus und noch einmal 272 kWh für das E-Auto. (Lustig, dass ich fast exakt denselben Wert erreiche wie im Juli). Gesamtheitlich bedeutet das also einen Verbrauch von 510 kWh. Das sind 271 kWh oder 113 % mehr. Auch gegenüber dem Vormonat Juli steigt der Verbrauch um 17 kWh bzw. 3,5 %. Der Mehrverbrauch ist gut erklärbar, weil zum einen Renovierungsarbeiten im Haus stattfanden und zum anderen, wegen der immer wiederkehrenden Hitzewellen, in unserem Dachgeschoss jetzt eine Monoblockklimaanlage ihren Dienst verrichtet.

Dafür steigen die Verbräuche 😉

Eigenverbrauch & Einspeisung

Der höhere Verbrauch spiegelt sich natürlich auch im Eigenverbrauch wider. Dieser stieg von 205 kWh im Jahr 2025 auf 443 kWh in diesem Jahr. Gegenüber dem Vormonat mit 424 kWh ist das ebenfalls eine Steigerung. Dass nicht 100% Autarkie erreicht wurden, liegt daran, dass ich immer noch kein funktionierendes Energiemanagement habe und mehrfach den Speicher ins Auto entleert habe, was zu Stromzukauf in den Nachtstunden führte, sowie der Tatsache, dass ich ausgerechnet während 2er trüber Tage dringend das Auto laden musste.

Weniger Erzeugung und mehr Eigenverbrauch senken natürlich die Einspeisung. Diese sank von 856 kWh auf 563 kWh. Dies zeigt sich auch im Vergleich mit dem Sonnenreichen Vormonat, als ich noch 765 kWh einspeiste.

Hier der direkte Vergleich zum Vorjahr

Wirtschaftliche Kennzahlen

Der Bezug stieg natürlich von 17,50 € auf 28,42 €, was ja zu erwarten war. Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass alleine 13,42 € Grundgebühren sind. Außerdem profitiere ich von gesunkenen Grundgebühren und Bezugspreisen.

Spannend sind hingegen die Erlöse. Obwohl die Einspeisemengen deutlich sanken, bin ich mit 50,71 € sogar um 0,30 € besser ausgestiegen las im letzten Jahr. Grund ist hier die im August kräftig gestiegene Einspeisevergütung von 0,08997 €/kWh verglichen mit 0,05892 € im letzten Jahr. Das ist eigentlich fast Winterniveau und wird wohl dazu führen, dass ich ab Herbst für meinen Bezug wieder deutlich mehr zahlen muss.

Die Einsparungen durch den Eigenverbrauch belaufen sich auf 102,81 €. Und das obwohl ich mit 0,12 € Bezugspreis und 0,10 € Netzgebühren um knapp 0,07 € weniger pro kWh spare als im letzten Jahr, als 64,59 € Ersparnis zusammen kamen

Mit 151,52 € ist der August damit der wirtschaftlich zweiterfolgreichste Monat seit ich die Anlage habe. Übertroffen wurde er nur vom extrem sonnigen Mai mit 156,83 €. Verglichen mit dem Juni wurde ebenfalls ein um 6,43 € besseres Ergebnis erzielt.

Ursachenanalyse

Temperatur

Mit 23°C im Mittel, war der August um 3,3K wärmer als der August 2025 und auch gegenüber den bereits heißen Monaten Juni (21,2°C) und Juli (22°C) noch einmal heißer. Das hat naturgemäß auch Einfluss auf die Temperatur der Module und kann vielleicht wirklich einen kleinen Teil des Produktionsrückgangs erklären. Ich werde versuchen, dass in den nächsten Monaten und Jahren genauer zu untersuchen.

Sonnenscheindauer

Mit 277 Sonnenstunden lag der August nur 4 Stunden unterhalb des sehr sonnigen Julis und damit im Jahresranking auf Platz 3 hinter Mai und Juli. Damit schlägt er sogar den Vorjahresmonat um exakt 4 h. Weniger Sonne scheidet als Erklärung leider aus.

Festzuhalten bleibt aber auch, dass Sonnenstunden von ihrer Definition nicht komplett blauen Himel bedeuten und hohe Schleierwolken Teile des Lichts schlucken können. Hier müsste man korrekterweise die Globalstrahlung vergleichen, ausgewertet nach beiden Anlagenteilen und auch die Verteilung der Sonnenstunden über den Tag (Wolken zur Mittagszeit hauen mehr rein als Wolken am Abend).

Heißer als der Vormonat bei weniger Sonnenstunden war der August

Schlussfolgerung

Ich bin soweit zufrieden. Dass meine im Jahresrückblick erwähnte Prognose nicht zu halten ist, ist eine Tatsache mit der ich mich abgefunden habe, und mit einigermaßen stabilen Erträgen kann man ja gut Leben.

Ärgernisse

Das Energiemanagement meines Solax-Wechselrichters ist leider immer noch eine Katastrophe. Der geplante Umbau auf eine Modbus-Steuerung mittels Raspberry Pi steht seit Monaten auf meiner To-Do-Liste. Anfang Juli dachte ich, ich hätte endlich ein paar Tage Zeit, um mich darum zu kümmern – dem war aber nicht so. Ich hoffe ich komme im Herbst dazu.

Positives

Die Datenqualität meines Netzbetreibers hat sich jetzt deutlich verbessert. Im August gab es keinen einzigen Tag, an dem die Daten nicht tagesaktuell bereitstanden. Hier scheint sich das Update, das ich im Juli noch verflucht habe positiv bemerkbar zu machen. Auch funktioniert die „alte“ Schnittstelle wieder, ein Update meines Pythonskripts war also nicht notwendig.

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