Nachdem meine Datenerfassung mittlerweile recht stabil läuft, wollte ich mir mal anschauen, was man aus den Daten so herauskitzeln kann.
Also habe ich mir April 2025 und April 2026 im Detail angesehen – PV‑Ertrag, Stromverbrauch, wirtschaftliche Kennzahlen und die offiziellen SPARTACUS‑Wetterdaten.
TLDR:
Der April 2026 war kein schlechter Monat, aber 2025 war schlicht besser. Und das lässt sich, für mich das Wichtigste, überraschend gut mit dem Wetter erklären. Andere Erklärungsansätze sind natürlich willkommen.
Die harten Zahlen: Energie & Geld
PV‑Ertrag
Im April 2025 Betrug die Ereugung 1018 kWh, 2026 gerade einmal 905 kWh, also −113 kWh bzw. −11 % im April 2026. Das liest man natürlich nicht gerne, aber kann man halt nix machen
Stromverbrauch
Dieser betrug im April 2025 378 kWh im Haus und damals noch 0 kWh für das Auto. „026 hingegen stehen 410 kWh im Haus und 330 kWh fürs Auto zu Buche. In Summe also 740 kWh. Ein um 32 kWh (~+8 %) höherer Hausverbrauch ärgert einen natürlich, wenn man auf Energiesparen aus ist und hofft, doch ein wenig Geld mit der PV-Anlage einzunehmen. Aber wie ich später zeigen werde, ist das durchaus gut erklärbar.

Die sichtbare Wahrheit. die Erzeugung 2025 war einfach mehr

Als 2026. Nicht das was man sich wünscht.
Eigenverbrauch & Einspeisung
Der Eigenverbrauch 2025 waren 354 kWh vs. 664 kWh im Jahr 2026. Bei der Einspeisung standen 2025 484 kWh, welche auf 396 kWh gesunken sind. Der Eigenverbrauch ist aufgrund des E-Autos stark gestiegen, die Einspeisung fiel aufgrund der geringeren Erzeugung und des höheren Eigenverbrauchs logischerweise deutlich niedriger aus.

Auch der Verbrauch war 2025 geringer als

2026. Zum Teil ist hier das E-Auto schuld, aber eben nicht alleine.
Wirtschaftliche Kennzahlen
Die Stromkosten sind von etwa 20 auf etwa 70 € gestiegen, der Einspeiseertrag ist von etwa 39 € auf 27 € gesunken, während der Eigenverbrauchwert von 101 € auf 108 € gestiegen ist. In Summe stand also im letzten Jahr ein Gesamtsaldoe on 120 € vs 65 € in diesem Jahr, bzw. die Einnahmen sanken von 140 € auf etwa 135 €.
Damit war der April 2026 wirtschaftlich schwächer als das Vorjahr. Der erhöhte Eigenverbrauch konnte aufgrund des kostengünstigeren Stromtarifs nicht den gesunkenen Ertrag durch Verkäufe ausgleichen, und das obwohl die Eispeisevergütung im April 2026 mit 6,772 ct/kWh um 0,9 ct/kWh höher war als 2025. Der generelle Mehrverbrauch schlug sich entsprechend auch in den Stromkosten nieder. Aber immer noch billiger als Tanken.
Ursachenanalyse
So richtig happy war ich nicht. Darum habe ich mir für beide Monate die SPARTACUS‑Klimadaten für meinen Standort angesehen, in der Hoffnung eine Ursache ausfindig zu machen.
Temperatur
Die mittlere Monatstemperatur im April 2025 betrug 12,4°C, dieses Jahr waren es nur 10,6°C. Der April 2026 war also knapp 2 °C kälter. Da ich mit einer Wärmepumpe heize, ist dies also der Grund für meinen gestiegenen Strombedarf im Haus. Dass zusätzlich auch das E-Auto da ist erhöht meinen Bedarf natürlich auch deutlich. Das Bild rundet sich also langsam ab.
Sonnenscheindauer
Betrug die Sonnenscheindauer 2025 etwa 222h, so waren es diesed Jahr nur 213 h, also rund 9 Stunden (≈ −4 %) weniger als im April 2026.
Das ist zwar auf den ersten Blick ein deutlich geringeres Minus als das Ertragsminus, um das genauer zu analysieren müsste man jetzt anfangen die genauen Zeiten abzuchecken, wann die Sonne schien und wann nicht. Aber der Trend zeigt zumindest in die richtige Richtung. Außerdem war insbesondere gegen Ende des Monats sicherlich auch der Belag der Anlage mit Saharastaub und Pollen mit eine Ursache für eine Verringerung des Ertrags.
Schlussfolgerung
65 % Autarkie bei einem kalten April und noch kaum optimiertem Laden sowie trotzdem noch nennenswertem Export klingt doch mal nicht schlecht. Und die ersten Daten für Mai mit dem E-Auto schauen schon recht vielversprechend aus.
Ärgernisse
Das Energiemanagement meines Solax-Wechselrichters ist leider eine Katastrophe. Die API ist lediglich zum abrufen von Daten gut. Ich kann derzeit also keinerlei Steuerung mittels meines Rasperry Pi vornehmen, sondern muss alles händisch in der App machen. Dies führt teilweise zu Verlusten, da ich nicht immer mitbekomme, wann der Hausakku voll ist, um die Einspeisebegrenzung auf die Ladeleistung des Autos herauszunehmen. (Meine Garage ist aus Sicht des Wechselrichters „Netz“ Aus Sicht des Netzbetreibers aber hinter meinem Zähler) Automatisierung ist hier nur mittels des MODBUS-Anschlusses möglich. Also ein weiteres Projekt auf der To-Do-Liste.
Außerdem ist die Datenqualität meiner Netzbetreibers teilweise echt unterirdisch. Ich bin nicht auf die Echtzeitdaten angewiesen und greife daher auf das e-Serviceportal der Netze OÖ zu. Leider passiert es sehr oft, dass die Daten sehr spät eingespielt werden, mein Abruf findet aber am Vormittag um 7:30 statt. Außerdem kommt es regelmäßig vor, dass zwar Daten eingespielt werden, aber die Vortagesdaten vom Zähler nicht im Datensatz sind. Insbesondere am Monatsende ein nerviger Zustand, weil dann für die Berechnung der Finanzkennzahlen, erst einmal eine Korrektur der Werte stattfinden muss. Kann man zwar händeln, aber nervt halt.
