Die Datenerfassung läuft weiterhin stabil, daher nun der zweite Monatsbericht zu meiner PV-Anlage. Und wieder sind die Daten durchaus spannend. Aber dazu gleich mehr.
Diesmal habe ich mir die Daten für den Mai seit 2021 im Detail angesehen – PV‑Ertrag (Ab 2025), Stromverbrauch, wirtschaftliche Kennzahlen und die offiziellen SPARTACUS‑Wetterdaten.
Die Eckdaten zur Anlage findet ihr hier.
Die harten Zahlen: Energie & Geld
PV‑Ertrag
Im Mai 2025 Betrug die Erzeugung 1140,5 kWh, 2026 kam ich auf 1217,9 kWh, also +77,4 kWh bzw. +7% im Mai 2026. Das lindert ein wenig die Traurigkeit über die ersten 4 Monate des Jahres, welche in der Produktion alle ein Minus einfuhren, auch wenn dieses Defizit noch nicht ganz getilgt ist.

Die Erzeugung im Mai 2026 war endlich einmal mehr als

Im Mai 2025. Vielleicht wird das Jahr ja doch noch etwas.
Stromverbrauch
Dieser betrug im Mai 2025 295 kWh im Haus und damals noch 0 kWh für das Auto. 2026 hingegen stehen 272 kWh im Haus und 328 kWh fürs Auto zu Buche. In Summe also 600 kWh. Ein um 33 kWh (~-8 %) geringerer Hausverbrauchschmälert zwar die Eigenverbrauchsquote, aber zeigt dass auch hier etwas zu holen war. Woran das lag, dazu später noch mehr.
Historisch gesehen war der schlechteste Mai bisher 2021 mit 532 kWh, damals bin ich allerdings noch höhere Temperaturen im Haus gefahren. Seither habe ich mich eigentlich zwischen 250 und 295 kWh eingependelt für den Mai. Bestwert war bisher 2024 mit 189 kWh. Aber auch dazu noch mehr.

Dank E-Auto gab es 2026 deutlich mehr Eigenverbrauch

als 2025. Als dafür der Hausverbrauch etwas höher war.
Eigenverbrauch & Einspeisung
Der Eigenverbrauch 2025 waren 280 kWh vs. 489kWh im Jahr 2026. Bei der Einspeisung standen 2025 822kWh, welche auf 704 kWh gesunken sind. Der Eigenverbrauch ist aufgrund des E-Autos stark gestiegen, die Einspeisung fiel aufgrund des höheren Eigenverbrauchs logischerweise niedriger aus.
Wirtschaftliche Kennzahlen
Die Stromkosten sind von etwa 18 € auf etwa 38 € gestiegen, der Einspeiseertrag ist hingegen stabil geblieben, während der Eigenverbrauchwert von 80€ auf 110 € gestiegen ist. In Summe stand also im letzten Jahr ein Gesamtsaldo von 111 € vs 118 € in diesem Jahr, bzw. die Einnahmen stiegen von 128 € auf etwa 157 €.
Damit war der Mai 2026 wirtschaftlich besser als das Vorjahr. Zum ersten mal in diesem Jahr, konnte der höhere Eigenverbrauch trotz geringerer Stromkosten, die geringere Einspeisung ausgleichen. Geholfen hat, dass die Einspeisevergütung 2026 mit 6,772 ct/kWh um 0,9 ct/kWh höher war als 2025. Der generelle Mehrverbrauch schlug sich entsprechend auch in den Stromkosten nieder. Aber immer noch billiger als Tanken.
Ursachenanalyse
Wie bereits im April wollte ich mir die Ursache für das geänderte Verhalten von Haus und Auto noch einmal genauer anschauen. Dabei bin ich auch weiter in die Vergangenheit zurück gegangen.
Ursachenanalyse
Die mittlere Monatstemperatur im Mai 2025 betrug 13,7°C, dieses Jahr waren es hingegen 16,3°C. Im mittel also 2,6°C Wärmer. Der Wärmste Mai in den letzten Jahren war 2022, 2024, das Jahr mit dem geringsten Verbrauch lag bei 16,6°C.
Wie stark die Wärmepumpe hier noch durchschlägt ist schwer zu sagen. Aber es ist ganz klar, dass die Eisheiligen, welche dieses Jahr ausgeprägt waren zum Einschalten der Wärmepumpe geführt haben, währen 2024 vielleicht die maximalen Temperaturen niedriger waren aber eben keine oder zumindest wenige kalte Nächte zum Einschalten der Wärmepumpe geführt haben.
2021, das Jahr mit dem höchsten Verbrauch sticht aber mit 12,7°C auch bei den Temperaturen negativ heraus.
Ursachenanalyse
Die Sonnenscheindauer 2025 betrug 214 h, dieses Jahr waren es hingegen 286, und damit um 33% mehr. Damit wirkt eine Ertragssteigerung um „nur“ 7% zwar eher wenig, aber aus den Globaldaten lässt sich zum Beispiel nicht ableiten, ob zur Mittagszeit, wenn beide Anlagenteile in der Sonne liegen vielleicht doch mehr Wolken waren.
Außerdem war Anfang des Monats noch Pollen und Saharasandsaison, die erst während der Eisheiligen richtig abgewaschen wurden und das Ende des Monats war echt heiß, was die Effizienz der Module senkt.Der Trend zeigt zumindest in die richtige Richtung.
Ursachenanalyse
81 % Autarkie mit kaum optimiertem Laden sowie trotzdem noch nennenswertem Export klingt doch mal nicht schlecht. Der Juni ist allerdings Wettertechnisch durchwachsen gestartet und gerade habe ich eine ausgeprägte Schafskälte. Ich befürchte das wird wieder ein Monat, der nicht mit dem Vorjahr mithalten kann.
Ärgernisse
Das Energiemanagement meines Solax-Wechselrichters ist leider eine Katastrophe. Den Umbau auf eine Modbus-Steuerung mittels Rasperry-Pi hats bisher noch nicht von meiner To-Do Liste herunter geschafft. Aber Anfang Juli habe ich ein paar Tage Zeit, da hoffe ich, mich darum kümmern zu können und damit dann auch noch den Eigenverbrauch weiter optimieren zu können.
Die Datenqualität meiner Netzbetreibers hat sich seit April nicht verbessert. Noch immer werden die Daten nicht zuverlässig übermittelt, was natürlich das Monitoring erschwert.
