Ein kleiner Frosch hüpft durch den Mai – Ein EV Monatsbericht

Im Mai 2026 wurde Kermit 2.559 km gefahren, mit einem Verbrauch von 16,602Wh/100 km „an der Wallbox“ (inkl. Ladeverluste) bzw. 15,068 kWh/100 km „im Auto“. Das entspricht Ladeverlusten von ~9,69%.

Dies bedeutet Kosten von 93,90 € gesamt oder 3,67 €/100 km (≈ 3,67ct/km)

Der Strommix fürs Laden waren ~36% Netz / ~64% PV (154 kWh Netz + 271 kWh PV). Damit nach dem April bereits das zweite mal seit Fahrzeugkauf, dass öffentliches Laden mit 65 % (271 kWh) den Hauptanteil am Gesamtverbrauch Ausmacht

Rechnet man nur die zuhause geladenen kWh, erreicht der Sonnenstromanteil sogar 83 %

Hintergrundinformationen zum Auto gibt es hier.

Methodik

Ich trenne in meinen Auswertungen bewusst zwischen dem „Auto‑Verbrauch“ (was im Fahrzeug ankommt), welchen ich aus der Renault App auslese, und dem „Wallbox/Bezugs‑Verbrauch“ (was ich real einkaufe bzw. aus PV entnehme), welchen ich mittels RestAPI aus meiner Gemini Flex Wallbox auslese. Für Ladevorgänge die an öffentlichen Ladestationen stattfanden (Ionity) habe ich die jeweils der Rechnung zugrunde liegenden Werte verwendet.

Der Unterschied ist der Ladeverlust (hier ~9,6%) Angesichts der Tatsache, dass ich zuhause mittels 2,2 kW SchuKo lade ist das ein glaubhafter Wert. Damit ist die Kostenrechnung sauber, weil Kosten immer an der bezogenen Energie hängen.

Den Anteil an PV-Strom errechne ich aus den Daten meiner PV-Anlage und meines Netzanbieters. Die Garage ist für meine PV-Anlage bereits „Netz“, da deren Smartmeter im Sicherungskasten im Haus, und nicht im Zählerkasten ist. Die Garage hängt jedoch am Zählerkasten. Wenn ich also vom Eingespeisten Strom der Anlage, den Anteil abziehe, welcher wirklich im öffentlichen Netz landet, komme ich auf meinen PV-Anteil im Autostrommix. (Ein paar Kleinverbraucher wie Licht und Toröffner ignoriert)

16,602 kWh/100 km (bezogen) sind verglichen mit den Vormonaten ein wirklicher Spitzenwert. Das ist zwar immer noch deutlich über dem offiziellen Normverbrauch des Renault 5, aber ein erstaunlich hoher Autobahnanteil durch meine Ausflüge zum Tauchen und meine Reise zum Bodensee erklären das finde ich ziemlich gut.

Im Mai war der Vorsprung von Kermit auf den Skoda bei den Kilometern so deutlich wie nie

Kosten hängen stark am „Preis-Mix“

Geladen wurden ~97 kWh öffentlich und 328 kWh Zuhause, welche sich auf 58 kWh aus dem Netz und 271 kWh aus der PV-Anlage verteilen.

23 % des Strombedarfs wurden öffentlich geladen. Dies war der Trip zum Bodensee, welcher auch in einem gesonderten Artikel schon angesprochen wurde..In Summe waren das gute 950 km, die zu 60-70 % auf der Autobahn gefahren wurden. Es konnte dadurch aber tatsächlich eine Ersparnis von gut 20 € realisiert werden. Diese kosteten mich 0,43 €/kWh

Kermit an der Ladesäule beim Bodenseetrip

Der Sonnenstromanteil, für welchen ich als Preis die entgangene Eispeisevergütung von 0,06772 €/kWh ansetze, betrug 65% am Gesamtstrombedarf bzw. 83% meines des zuhause geladenen Anteils. Damit konnten die öffentlich geladenen Kilometer nicht nur komplett ausgeglichen werden, ich war trotzdem im Mittel mit weniger als meinem Haushaltsstrompreis unterwegs.

Die verbliebenen 12 % wurden zuhause für 0,22 €/kWh aus dem Netz geladen. Dies entspricht 17 % der zuhause geladenen Strommenge.

Damit ergibt sich am Ende ein mittlerer Strompreis von 0,19 €/kWh und etwa 0,0367 €/km.

Wirtschaftlichkeit: Vergleich zum Skoda (Mai‑Referenz)

Auch hier lasse ich die Zahlen für sich sprechen. Unser Skoda Scala wurde im Mai 1x betankt, zu einem Preis von 1,86 € bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,5 l/100 km. Kostenpunkt 72,57 €. Anders als im April, habe ich damit tendenziell einen teuren Tag erwischt. Im Mittel war der Mai in Österreich eher im Bereich von 1,75 – 1,80 €

Für den Renault waren am Ende 0,29 €/kWh und damit ~0,0367 €/km fällig. Daraus ergeben sich für den Skoda Kosten/100 km von 6,5 × 1,859 = ~12,10 €/100 km Für 2559. km wären das dann 2.559 × 12,10 €/100 km ≈ ~310 € (unter diesen‑Annahmen) Gegenüber Kermit ~310 € (Skoda) vs. 94€ (Kermit) ⇒ ~216 € Unterschied zugunsten Kermit im Mai‑Profil.

Jetzt ist mir bewusst, dass nicht jeder eine PV Anlage hat. Rechnen wir also mal spaßeshalber mit meinem Verbrauch und einem Strompreis von 0,39€/kWh kommen wir auf Stromkosten von ~166 €, zzgl. Abogebühren von z.B. Ionity von ~12€, kommt der EV mit 178 € vs. 310 € sind immer noch 132 gesparte Euros. Also auch ohne PV-Anlage und Wallbox, kann ein EV mittlerweile die Kosten eines Verbrenners deutlich unterbieten.

Wenig Verbrauch, viel PV, viele Kilometer ergeben einen günstigen Mai bei den Treibstoffkosten

Anmerkung: Das ist ein Vergleich auf Basis der in meinem Excelsheet hinterlegten Monatswerte (Preis/Verbrauch). Der Skoda wurde wesentlich weniger, mit weitaus geringerem Autobahnanteil und einem hohen Anteil an Stau/Stadtverkehr gefahren. Die reale Ersparnis liegt sicher niedriger. Aber im Jahresmittel (ein weiterer Deutschlandtrip wurde mit dem Skoda gefahren und in den Urlaub werden wir sicher auch den Skoda nehmen) sollten die Werte halbwegs vergleichbar sein.

Rechne ich die Monate Januar bis Mai zusammen so summiert sich diese schon auf 490 €. Aufs Jahr gerechnet sind also weit über 1.000 € durchaus realistisch, gerade solange die Strompreise hoch bleiben und der PV-Anteil im Sommer eher höher wird. Die 6.000 € Preisunterschied zu einem konventionellen Ibiza, welcher als Alternative im Raum gestanden hätte, ist also in der geplanten Haltedauer von ca. 10 Jahren locker hereingefahren. Gerade da ich langfristig mit eher noch höheren Spritpreisen rechne.

Fazit

Der Sommer scheint günstig zu werden. Die PV Anlage und das zuhause Laden machen den EV RICHTIG günstig. Die Sommerreifen und die höheren Temperaturen senken den Verbrauch. Und jeder Kilometer spart einem bares Geld.

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