Ein E-Auto im ersten Halbjahr 2026 – die EV-Bilanz nach über 10.000 km

10.000 km in einem halben Jahr – Der „kleine“ ist das Hauptauto

Fahrstrecken: Kermit übernimmt die Führung

Im ersten Halbjahr (Januar–Juni 2026) legte der kleine grüne Flitzer 10.387 km  zurück. Das entspricht im Monat ~1.731 km. Das Auto wurde dabei immer, wenn einer von uns beiden (Meiner Frau und mir) im Homeoffice war auf dem Weg zur Arbeit gefahren. Außerdem wurden auch Ausflüge am Wochenende und meine wöchentlichen Fahrten zum Mittwochstauchen (160 – 200 km hin und zurück) mit Kermit gefahren. Hinzu kamen 2 Langstreckentrips nach Deutschland. Das „Stadtauto“ lebt also halb auf der Autobahn.

Auffällig ist, das im zweiten Quartal mehr Kilometer zurück gelegt wurden als im ersten, bedingt eben durch die Tauchausflüge und die beiden Langstrecken.

 Der „Große“ unser Scala kam im gleichen Zeitraum auf gerade einmal 5000 km, und das trotz Urlaubsfahrt mit diesem. Er kommt quasi nur dann zum Einsatz, wenn wir 2 Autos gleichzeitig brauchen, oder eben den Platz.

Die Motorisierten 2-Räder tauchen mangels Tankvorgängen im ersten Halbjahr gar nicht in der Statistik auf.

Verbrauch: Vom Winter zum Sommer

ZeitraumVerbrauch (Wallbox)Verbrauch (Auto)LadeverlusteBemerkung
Q1 202623,5 kWh/100 km22,1 kWh/100 km~6,6 %Winter, Vorheizen, kurze Strecken
Mai 202616,6 kWh/100 km15,1 kWh/100 km~9,6 %Mehr Autobahn, wärmere Temperaturen
Juni 202618,96 kWh/100 km16,94 kWh/100 km~9,6 %46,3 % Autobahnanteil
Halbjahr 202619,5 kWh/100 km17,8 kWh/100 km~9,6 %Durchschnitt

Winter (Q1 2026):

Das erste Quartal zeigt einen eher hohen Verbrauch (23,5 kWh/100 km). Hier kommt stark zum Tragen, dass Elektroautos bei Kälte deutlich mehr Strom brauchen, auch für die Beheizung des Fahrzeugs. (Ein Thema welches ich in der Zukunft sicher einmal tiefer beleuchten werde). Hinzu kam auch, dass das Fahrzeug im Winter über 50% der Strecken zum Pendeln verwendet wurde und ich die Vorheizfunktion des Fahrzeugs verwende, vor allem am Morgen. Und jeder Vorheizvorgang kostet ca. 0,8 -1 kWh bei niedrigen Außentemperaturen. Bei 25 km zur Arbeit sind das bis zu 4kWh/100 km nur fürs Vorheizen. Außerdem geht gerade bei kurzen Strecken viel Energie bei anderen Heizvorgängen verloren.

Frühling/Sommer (Q2 2026):

Ab März, aber noch extremer seit Mai sehe ich einen stark sinkenden Verbrauch (16,94 kWh/100 km im Juni). Ursachen sind sicher die höheren Temperaturen, welche weniger Heizleistung fordern, auch wenn stattdessen nun mit der Klima vorkonditioniert wird. Zudem steht der Frosch seit Anfang Mai auf Sommerreifen. Ich habe das Gefühl, dass diese deutlich weniger Rollwiderstand haben. Dies kann ich aber mit den bislang erhobenen Daten leider nicht nachweisen. Aber das kommt auch noch.

Außerdem war ich im zweiten Quartal auch 2x auf Langstrecke unterwegs (Siehe separate Artikel) und auch die Ausflüge zum Tauchen gibt es erst seit April wieder. Damit steigt auch die durchschnittliche Länge der Einzelfahrten.

Kermit hatte bislang in jedem Monat außer im Juni die (grüne) Schnauze bei den Kilometern vorne

Strommix: Vom Netz zur Sonne

ZeitraumPV-AnteilNetzstromÖffentliches LadenBemerkung
Q1 20267,5 %92,5 %0 %Winter, wenig Sonne
April 202651 %49 %29 % (139 kWh)Eine Langstrecke
Mai 202664 %36 %23 % (97 kWh)Bodensee-Trip
Juni 202678,5 %21,5 %0 %Beste PV-Ausbeute
Halbjahr 2026~40 %~60 %~11 %Durchschnitt

Wenig überraschend ist der PV Anteil im Frühjahr/Sommer deutlich höher als im Winter.

Öffentliches Laden war bislang die Ausnahme und fand nur im April und Mai im Nennenswerten Umfang statt. (Im Januar und Februar musste ich je 1x 5-10 kWh hinzuladen). Ich rechne dabei den öffentlichen Anteil dem Netzstromanteil zu, weise ihn hier aber noch einmal zusätzlich getrennt aus (Daher kommen teilweise <100% zustande)

Kosten: Strom schlägt Benzin – Deutlich!

Energiekosten Renault (Halbjahr):

Im ersten Halbjahr kamen Energiekosten von 457 € zusammen, welche sich auf über 11.000 km Verteilen und damit Kosten von 4,066 ct/km ergeben. Das ist supergünstig.

Für den Skoda im gleichen Zeitraum ergeben sich Kosten von 9,921 ct/km. Pro Kilometer sind die Energiekosten des Zwergs nicht einmal die Hälfte!

Um gleich auch den Leuten den Wind aus den Segeln zu nehmen, welche meinen, dass man nur mit PV günstiger als Benzin sein kann, hier die Aufstellung für andere Szenarien:

Ohne PV: 11240 km * 0,195 kWh/km * 0,22€/kWh = 482,20 € è 0,0429 ct/km

Nur öffentlich: 11240 km * 0,195 kWh/km 0,39€/kWh +6*12€ = 926,80 € è 0,0825 ct/km

Man kann es also drehen und wenden wie man will, der elektrische ist immer billiger!

Schauen wir noch einmal genauer hin, und nehmen dabei auch die Effekte mit, dass sich Strecken vom Skoda weg auf den Renault verlagert haben, verglichen mit meinem alten Auto. Das Alte Auto legte im Schnitt etwa 944 km/Monat zurück. Wäre ich alle Strecken die jetzt mit dem Renault gefahren wurden mit diesem gefahren, hätte ich 751 € HÖHERE Spritkosten gehabt. Gut ich hätte 180 € an der Versicherung gespart, aber sonst hätte es sich nicht viel gegeben, da auch die Servicekosten gleichauf lagen

Real betrachtet, also angenommen, dass nur 944 km/Monat mit dem alten Ibiza gefahren worden wären und der Rest mit dem etwas sparsameren Skoda, so ergeben sich Ersparnisse von 721 €, wieder abzüglich etwa 180 € Ersparnis an der Versicherung

Als letztes Szenario betrachten wir noch kurz, ich hätte stattdessen einen aktuellen Ibiza gekauft. Da ich dessen Verbrauch nicht genau kenne, aber der Motor und das Getriebe mit dem Skoda identisch gewesen wären, setze ich hier einmal den gleichen Verbrauch an. Damit ergeben sich 648 € Ersparnis, von denen dann keine Ersparnis bei der Versicherung abzuziehen wäre, da in diesem Fall beide Fahrzeuge vollkaskoversichert wären.

Man sieht ganz klar, wie sehr der Benziner die Treibstoffkosten dominiert…

Optimierungspotenzial

  1. Garagenstromanschluss Verstärken:
    • Aktuell lade ich mit 2,2 kW (Schuko) und damit mit etwa 9,6 % Ladeverlusten. Das liegt daran, dass meine Garagenverkabelung leider nur 1-phasig und mit dünnen Kabeln ausgeführt ist. Das geht aber erstaunlich gut und ich habe das Auto immer wenn ich es voll brauche auch voll.
    • Ziel: Aufrüsten auf einen echten Starkstromanschluss und damit dann im Zweifel eben bis zu 11 kW Ladeleistung und Nutzung des vollen PV Überschusses. Damit sollten die Ladeverluste sinken. Außerdem wird das notwendig sein, um später auch 2 Elektroautos laden zu können, weil dann schneller geladen werden muss.
  2. Besseres Energiemanagement
    • Ich kämpfe derzeit damit, dass ich immer wieder aus dem Netz lade, obwohl es gar nicht notwendig wäre. Dies ergibt sich oft daraus, dass ich das Lastmanagement händisch machen muss und außerdem aus Sicht meiner PV-Anlage die Garage schon „Netz“ ist. Dazu mehr in einem zukünftigen Artikel. Durch Bedienfehler oder manchmal auch schlicht Schlaf oder Arbeit oder andere Ablenkungen, gelingt es eben händisch nicht immer alles sauber zu steuern. Die Automatisierung steht aber schon auf meiner To-Do-Liste. Sobald sie umgesetzt ist, werde ich auch hier einmal einen Deep-Dive machen.

Fazit: Warum ich trotzdem zufrieden bin

  1. Alltagstauglichkeit:
    • Kein Stress, keine Kompromisse – das Auto funktioniert einfach.
    • Ruhe, Komfort, Platz: Besser als jeder Verbrenner.
  2. Kosten:
    • Günstiger als der Skoda
    • Langfristig (mit mehr PV-Nutzung) wird die Ersparnis noch größer.
  3. Umwelt & Zukunft:
    • CO₂-Einsparung (auch wenn’s nicht der Hauptgrund war).
    • Technik, die Spaß macht (z. B. Reno Sprachassistent, Adaptiver Tempomat).

Abschließender Gedanke:

Wirtschaftlich ist es – nüchtern betrachtet – nach wie vor kein No-Brainer. Man muss viel fahren und günstig laden, um die Mehrkosten des Elektroantriebs zu kompensieren. Trotzdem: Im Alltag funktioniert das Konzept hervorragend. Und genau das zählt für mich mittlerweile mehr als jede Excel-Zeile. Das erste Halbjahr hat gezeigt: Kermit ist kein Experiment mehr, sondern ein vollwertiger Ersatz für den Verbrenner – und das mit mehr Komfort, weniger Lärm und sinkenden Kosten.

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