Nach den enttäuschenden ersten fünf Monaten des Jahres 2026, in denen die PV-Produktion mit Ausnahme des Mai durchgängig hinter den Vorjahreswerten zurückblieb, gab es im Juni den nächsten Rückschlag. Mit meiner stabilen Datenerfassung konnte ich die Zahlen für den Juni detailliert auswerten – PV-Ertrag, Stromverbrauch, wirtschaftliche Kennzahlen und die offiziellen SPARTACUS-Wetterdaten.
Eckdaten der Anlage gibt es hier.
Die harten Zahlen: Energie & Geld
PV-Ertrag
Im Juni 2025 betrug die Erzeugung 1.330,9 kWh, während 2026 nur 1.167,5 kWh erreicht wurden – ein Rückgang um 163,4 kWh (-12,3%). Das ist enttäuschend, besonders da die ersten fünf Monate 2026 bereits ein Defizit aufwiesen. Die Hoffnung, dies im Juni auszugleichen, erfüllte sich leider nicht.

Wenn man im Juni weniger Strom erzeugt als im Mai, dann dürfen die Tränen rollen
Stromverbrauch
2025 lag der Hausverbrauch bei 169,8 kWh, während 2026 185,44 kWh für das Haus und zusätzlich 309,01 kWh für das E-Auto anfallen. In Summe also 494,45 kWh – ein Anstieg um 324,65 kWh (+191,1%). Historisch gesehen war der Juni 2024 mit 189 kWh der beste Monat, während 2021 mit 532 kWh der höchste Verbrauch zu verzeichnen war. Die Entwicklung zeigt, dass der Verbrauch durch das E-Auto deutlich gestiegen ist.
Eigenverbrauch & Einspeisung
Der Eigenverbrauch stieg von 164,57 kWh (2025) auf 376,10 kWh (2026) – ein Anstieg um 211,53 kWh (+128,5%). Die Einspeisung sank hingegen von 1.127,57 kWh (2025) auf 752,40 kWh (2026), was einem Rückgang um 375,17 kWh (-33,3%) entspricht. Der höhere Eigenverbrauch ist vor allem auf das E-Auto zurückzuführen, während die geringere Einspeisung logischerweise aus dem erhöhten Eigenverbrauch resultiert.

Im Juni ist der Verbrauch traditionell am geringsten, auch weil ich im Urlaub bin. Da ändert auch das E-Auto nichts
Wirtschaftliche Kennzahlen
Die Stromkosten stiegen von 14,998 € (2025) auf 39,832 € (2026) – ein Anstieg um 24,834 € (+165,5%). Der Ertrag aus der Einspeisung sank von 66,019 € (2025) auf 50,953 € (2026), was einem Rückgang von 15,066 € (-22,8%) entspricht. Die Ersparnis durch Eigenverbrauch stieg jedoch von 47,265 € (2025) auf 83,945 € (2026) – ein Plus von 36,68 € (+77,6%).
In Summe ergibt sich für 2025 ein Gewinn von 51,021 €, während die Daten für 2026 aktuell einen einen Gewinn von etwa 11 € ausweisen. Damit war der Juni 2026 wirtschaftlich deutlich besser als 2025, da der höhere Eigenverbrauch die geringere Einspeisung mehr als ausglich. Ein Grund dafür ist die höhere Einspeisevergütung von 6,772 ct/kWh (2026) im Vergleich zu 5,855 ct/kWh (2025). Der generelle Mehrverbrauch durch das E-Auto schlug sich zwar leider auch in den Stromkosten nieder, da nicht immer nur mit PV-Strom geladen werden konnte, bleibt aber immer noch günstiger als das Tanken eines Verbrenners.
Ursachenanalyse
Temperatur
Die mittlere Monatstemperatur im Juni 2025 betrug 20,9°C, 2026 waren es 21,4°C – also 0,5°C wärmer. Der wärmste Juni in den letzten Jahren war 2022, während 2024 mit 20,0°C der kühlste war. Die Wärmepumpe spielte hier eine untergeordnete Rolle, da die Temperaturen durchgehend im optimalen Bereich lagen.
Interessant ist unter anderem, dass die Durchschnittstemperatur 2026 zwar höher war, dies aber zu fast 100% auf die letzten beiden Wochen des Monats zurück zu führen war. Die ersten beiden Wochen waren nämlich leider durch wechselhaftes Wetter und eine ausgeprägte Schafskälte gekennzeichnet, welche sogar Heizen erforderlich machte.
Sonnenscheindauer
Die Sonnenscheindauer betrug 2025 298,2 Stunden, 2026 nur 275,5 Stunden – ein Rückgang um 22,7 Stunden (-7,6%). Dass der Ertrag trotz des E-Autos nur um 12,3% sank, könnte daran liegen, dass die Modulleistung durch Reinigungseffekte (z. B. nach Pollen- oder Saharasandablagerungen im Mai) verbessert wurde. Zudem könnten lokal begrenzte Wolkenfelder zur Mittagszeit, wenn beide Anlagenteile (Ost/West) in der Sonne liegen, den Ertrag beeinflusst haben. Auch die höheren Temperaturen gegen Monatsende könnten die Effizienz der Module leicht reduziert haben.
Schlussfolgerung
Eine Autarkiequote von ca. 80% mit kaum optimiertem Laden und trotzdem noch nennenswerter Einspeisung ist ein gutes Ergebnis. Der Juli ist jedoch wettertechnisch durchwachsen gestartet, und aktuell herrscht eine ausgeprägte Schafskälte. Ich befürchte, dass dies wieder ein Monat wird, der nicht mit dem Vorjahr mithalten kann.
Ärgernisse
Das Energiemanagement meines Solax-Wechselrichters ist leider immer noch eine Katastrophe. Der geplante Umbau auf eine Modbus-Steuerung mittels Raspberry Pi steht seit Monaten auf meiner To-Do-Liste. Anfang Juli habe ich endlich ein paar Tage Zeit, um mich darum zu kümmern – dann hoffe ich, den Eigenverbrauch weiter optimieren zu können.
Zusätzlich hat sich die Datenqualität meines Netzbetreibers seit April nicht verbessert. Die Daten werden nach wie vor nicht zuverlässig übermittelt, was das Monitoring erschwert. Besonders die Inkonsistenzen zwischen Erzeugung, Eigenverbrauch und Netzbezug (z. B. im Juni 2026) machen eine genaue Analyse schwierig. Hier gilt es, die Zähler und Messsysteme zu überprüfen, um verlässliche Daten zu erhalten.
Hinweis
Die Bilder für 2025 werde ich in einer Halbjahresanalyse noch nachliefern.
