Im Juni ist Kermit 1.630 km gefahren mit einem Verbrauch von 18,96 kWh/100 km „an der Wallbox“ (inkl. Ladeverluste) bzw .16,94 kWh/100 km „im Auto“. Das bedeutet Ladeverluste von ~9,69%.

Urlaub sei Dank, überholt der Skoda beider Strecke im Juni zum ersten Mal in diesem Jahr den Renault
Für die Kosten bedutet das 31,22 € gesamt bzw. 1,91 €/100 km (≈ 1,91ct/km). Der Strommix fürs Laden waren ~21,5% Netz / ~78,5% PV (66,21 kWh Netz + 242,8 kWh PV)
Methodik
Ich trenne in meinen Auswertungen bewusst zwischen dem „Auto‑Verbrauch“ (was im Fahrzeug ankommt), welchen ich aus der Renault App auslese, und dem „Wallbox/Bezugs‑Verbrauch“ (was ich real einkaufe bzw. aus PV entnehme), welchen ich mittels RestAPI aus meiner Gemini Flex Wallbox auslese.
Der Unterschied ist der Ladeverlust (hier ~10%) Angesichts der Tatsache, dass ich zuhause mittels 2,2 kW SchuKo lade ist das ein glaubhafter Wert. Damit ist die Kostenrechnung sauber, weil Kosten immer an der bezogenen Energie hängen.
Den Anteil an PV-Strom errechne ich aus den Daten meiner PV-Anlage und meines Netzanbieters. Die Garage ist für meine PV-Anlage bereits „Netz“, da deren Smartmeter im Sicherungskasten im Haus, und nicht im Zählerkasten ist. Die Garage hängt jedoch am Zählerkasten. Wenn ich also vom Eingespeisten Strom der Anlage, den Anteil abziehe, welcher wirklich im öffentlichen Netz landet, komme ich auf meinen PV-Anteil im Autostrommix. (Ein paar Kleinverbraucher wie Licht und Toröffner ignoriert)
Die Anteile am Fahrprofil (Autobahn/Schnellstraße/Hauptstraße/Stadt/Land) bestimme ich mittels Datenexport aus einer 3rd-Party App, welche die Daten direkt aus dem Android Automotive System meines Autos bezieht.
Fahrprofil
Ich hatte schon länger das Gefühl, dass ich meinen Renault, nicht wie vom Hersteller gedacht, als Stadtauto einsetze. Für Juni kann ich es nun aber beweisen. Mit 46,3 % Autobahnanteil, 0,3 % Schnellstraße, 12,6 % Hauptstraßen, 18,7 % Überland, nur 1% innerstädtisch sowie 21% Sonstiges bin ich deutlich anders unterwegs. Die Auslegung meines Fahrzeugs passt also nicht ganz zu meinem Einsatzzweck.
Der kleine meistert diesen „Missbrauch“ aber hervorragend und fährt sich auch auf der Autobahn komfortabel und auf der Landstraße überraschend sportlich.
Einordnung: warum bin ich soweit weg vom Normverbrauch
18,94 kWh/100 km (bezogen) sind kein wirklicher Spitzenwert, auch bezogen auf den Vormonat. Zum einen mag das daran liegen, dass ich den Strom immer im Monat verbuche in welchem er geladen wurde, die Strecken aber dann wann sie gefahren wurden. Das macht hier fast 10% aus, da ich am 31. Mai, nach gut 150 km das Fahrzeug in die Garage gestellt habe, aber natürlich das Laden dann erst im Juni passiert ist.
Außerdem, und das ist spannend, habe ich mit 46,3% einen hohen Autobahnanteil, welcher natürlich auch nicht gerade verbrauchsfördererlich ist.
Kosten sinken dank hohem PV-Anteil
Geladen wurde im Juni komplett zuhause. Der etwas schlechte Monatsanfang bzgl. des Wetter führte dabei leider zu einem geringen Sonnenstromanteil von „nur“ 78,5%. Es wäre bei besserem Wetter sicher noch mehr drin gewesen. Aber 242,8 kWh zu 0,06772 € (entgangene Einspeisevergütung) und 66,21 kWh zu 0,22 € (Stromkosten + Netzgebühren) führen zu Stromkosten von ~10 ct/kWh bzw. 1,91 €/100 km. Das ist absolut unschlagbar.
Wirtschaftlichkeit: Vergleich zum Skoda (Juni‑Referenz)
Auch hier lasse ich die Zahlen für sich sprechen. Unser Skoda Scala wurde im Juni 3x betankt, zu einem durchschnittlichen Preis von 1,68 € bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,14 l/100 km. Kostenpunkt: 195,05 €. Ich habe sowohl einen eher teuren Tag, als auch einen günstigen Tag erwischt. Und die letzte Betankung erfolgte in Slowenien.
Für den Renault waren am Ende 0,10 €/kWh und damit ~1,91 €/100km fällig. Daraus ergeben sich für den Skoda Kosten/100 km von 6,14 × 1,68 = ~9,94 €/100 km Für 1630. km wären das dann 1630 × 9,94 €/100 km ≈ 162 € (unter diesen‑Annahmen) Gegenüber Kermit ~162 € (Skoda) vs. 31€ (Kermit) ⇒ ~131 € Unterschied zugunsten Kermit im Juni‑Profil.

Viel PV bedeuten extrem niedrige Kosten. Aber so deutlich war es noch nie
Anmerkung: Das ist ein Vergleich auf Basis der in meinem Excelsheet hinterlegten Monatswerte (Preis/Verbrauch). Der Skoda wurde wesentlich weniger, mit weitaus geringerem Autobahnanteil und einem hohen Anteil an Stau/Stadtverkehr gefahren. Die reale Ersparnis liegt sicher niedriger. Aber im Jahresmittel (ein weiterer Deutschlandtrip sowie die Urlaubsfahrt wurde mit dem Skoda gefahren) sollten die Werte halbwegs vergleichbar sein.
Rechne ich die Monate Januar bis Mai zusammen so summiert sich diese schon auf ~666 €. (Mir geht als Metaler dabei natürlich das Herz auf) Aufs Jahr gerechnet sind also weit über 1.000 € durchaus realistisch, gerade solange die Strompreise hoch bleiben und der PV-Anteil im Sommer eher höher wird. Die 6.000 € Preisunterschied zu einem konventionellen Ibiza, welcher als Alternative im Raum gestanden hätte, ist also in der geplanten Haltedauer von ca. 10 Jahren locker hereingefahren. Gerade da ich langfristig mit eher noch höheren Spritpreisen rechne.
Jetzt ist mir bewusst, dass nicht jeder eine PV Anlage hat. Rechnen wir also mal spaßeshalber mit meinem Verbrauch und einem Strompreis von 0,39€/kWh kommen wir auf Stromkosten von ~108 €, zzgl. Abogebühren von z.B. Ionity von ~12€, kommt der EV mit 119 € vs. 162 € sind immer noch 43 gesparte Euros. Also auch ohne PV-Anlage und Wallbox, kann ein EV mittlerweile die Kosten eines Verbrenners deutlich unterbieten.
Fazit
Der Sommer startet günstig. Die PV Anlage und das zuhause Laden machen den EV RICHTIG günstig. Die Sommerreifen und die höheren Temperaturen senken den Verbrauch. Und jeder Kilometer spart einem bares Geld. Und fast 80% PV-Strom ist natürlich der Hammer.
